shadow

Liebe & Hass

Kann man eigentlich lieben und hassen zugleich? Ist das sozusagen phyikalisch/ genetisch/ psychisch überhaupt möglich, oder ist das nur mal wieder eine kranke Spinnerei in meiner konfusen Gefühlswelt? Aber wie sonst geht es, dass ich IHN vermisse und gleichzeitig froh bin, dass er eine Woche beruflich ins Ausland musste und danach zu seinem Sohn zum Geburtstag feiern fährt und somit erst wieder kurz vor dem Valentinstag zurück kommt. Ich bin an einem Tag so genervt von der „Beziehung“ und dann wieder total glücklich, wenn er mich nachts mit seinem haarigen Bauch wärmt. Einfach ein Gefühshickhack par excellence. Normal ist das sicherlich nicht. Als ich ihn das erste mal gesehen hatte, brauchte ich 24h lang nichts mehr zu Essen. Als er dann zum ersten Mal mit mir gesprochen hatte, hatte ich zittrige und feuchte Hände in meinen Handschuhen und als er mich das erste Mal sanft zum Abschied küsste, konnte ich vor lauter grinsen und schmachten im Büro nicht mehr arbeiten. Ich war sehr (!) verliebt. Irgendwie auch immer noch. Läge da nicht dieser grauenvolle, dunkle, schwere Schatten über mir. Ich meine, ich alleine habe ja schon eine verkorkste Vergangenheit und somit den ein oder anderen „Schaden“ und jetzt schleppe ich auch noch seine Vergangenheit mit mir rum… Verheiratet, in Scheidung behauptet er, mit Kind. Ich wollte nie nen Freund mit Kind. Wobei, doch irgendwie schon, aber nicht so, wie er es handhabt. Ich habe den Sohn noch nie live gesehen, er wurde mir nicht vorgestellt und vermutlich weiß auch seine Frau nix von mir. Alle 14 Tage besucht er sein Kind. Das finde ich prinzipiell toll, aber muss es bei IHR sein??? Sie verbringen dort, angeblich räumlich getrennt, ihren Sonn- und Montag.

Ich als Frau würde doch nie im Leben meinen (Ex-)Mann zu mir in die Wohnung bitten, gemeinsame Zeit verbringen, seine Wäsche bei mir waschen lassen, Happy-Family-spielen, gemeinsam kochen und essen, wenn ich wüsste, in der anderen Stadt sitzt seine Neue. Vielleicht bin ich nicht tollerant genug dafür. Vielleicht verarscht er mich auch nur und führt ein Doppelleben und erzählt ihr ne ganz andere Story als mir. Eben genau das sind dann die Momente, in denen ich ihn hasse. Es ist alles so geheimnissoll. Sein Sohn kommt in den Ferien auch nicht zu ihm, sondern entweder fährt er mit ihm Skifahren oä, oder alle drei fliegen in ne Finka auf Malle…. Da ist sie wieder: meine fehlende Tolleranz. Und der Hass.

Machen das moderne, in Trennung lebende Pärchen jetzt so? Gemeinsamen Urlaube, bei sich wohnen lassen, Fotobücher und -kalender schenken und und und. Ich habe mir das oft überlegt, wie ich es machen würde und immer wieder denke ich mir, ich hätte zuerst meinem Kind meinen neuen Partner vorgestellt, meinem Expartner erklärt, dass der Neue zu Festen dabei sein wird und dem Neuen den Ex nicht verheimlicht. Warum schaffen Männer nie klare Verhältnisse? Es verletzt mich dann zusätzlich, wenn ich vor vollendete Termine gestellt werden: „ich bin dann mal das WE nicht da. komme am Dienstag Mittag wieder.“ Wenn dann an den übrigen Tagen, Zeit für uns wäre, könnte ich das kompensiern. Aber zu allem Übel kommt dazu, dass unsere Jobs zeitlich so konträr sind, dass uns vielleicht 10 min Plauderei vor dem Einschlafen beleiben. Ich habe ihm schon oft gesagt, geschrieben und gezeigt, dass ich mir eine Beziehung anders wünsche, aber getan hat sich nix. Mindestens 4x habe ich es schon mit ihm beendet und bin bei dem Strauß Rosen, dem romantischen selbstgekochtem Menü, der täglichen Postkarte oder seinen Anrufen bei meiner Mum wieder eingeknickt. Es bricht mir das Herz und treibt mir Tänen in die Augen, wenn ich daran denke ihn vollkommen und kosequent aus meinem Leben zu verbannen. Aber all seine Fehltritte (und herje, es waren seeehr viele)  in den letzten 13 Monate zu vergeben, schaff ich einfach nicht. Manche Bilder im Kopf holen mich immer wieder ein. Also: Lieben oder hassen?

Posted in:
Articles by:
Published:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.